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David Hollauf

David Hollauf

 

Geboren:

22. Dezember 2001 in Wien

Studium:

Seit 2021: Lehramt Sport (Universität Wien) und Kunst (Universität für angewandte Kunst Wien)

Derzeit im 8. Semester, Abschluss des Bachelorstudiums

Ab Wintersemester 2025: Malerei und Animationsfilm (Klasse Judith Eisler)

Arbeit:

Neben dem Studium tätig als Künstler, Tänzer, Tanzlehrer und Schauspieler

 

Beiträge an Ausstellungen:

– Expanded Diptychon, Angewandte Festival 2024

– Punsch & Preview, Wiener Kurven 2023

– Mal schauen, Solo Show 2025

– Not Simply Gay, Group Show 2025

 

 

Artist Statement

Warum malt man heute überhaupt noch?

 

Es gibt viele modernere Ausdrucksmöglichkeiten, sei es Fotografie, digitale Bilderstellung oder konzeptuelle Kunst, die alle zeitgemäßer wirken, als mit Ölfarbe auf einer Leinwand zu malen. Schon vor Hunderten von Jahren haben Künstler*innen mit nahezu denselben Werkzeugen wie ich heute gemalt und in der Kunstgeschichte gibt es bereits unzählige Werke, die von künstlerischer und handwerklicher Perfektion kaum zu übertreffen sind.

 

Warum also entscheide ich mich, in unserer schnelllebigen und digitalen Welt, in der man in Sekundenschnelle per Knopfdruck mittels KI neue Bildräume kreieren kann, ausgerechnet für ein so historisch aufgeladenes, schmerzlich langsam trocknendes künstlerisches Medium, dessen grundlegende Eigenschaften sich seit Jahrhunderten kaum gewandelt haben?

Vor allem als figurativ arbeitender Maler komme ich an dieser Fragestellung nicht vorbei, doch genau daraus wächst mein großes Interesse an dieser Ausdrucksweise. Mich fasziniert diese Spannung zwischen traditioneller Ölmalerei und der Gegenwart, in der ich lebe, und sehe es als Herausforderung, dieses kunsthistorisch geprägte Medium mit heutigen Bildwelten zu konfrontieren. Ich versuche Bildsujets zu finden, die vollständig in unserer Zeit verankert sind.

 

Egal ob zeitgenössische Mode, schmutzige Sneaker oder die Weitwinkelästhetik einer iPhone-Kamera, ich versuche, Ölmalerei als ein Werkzeug zu verwenden, um Fragen der Gegenwart zu verhandeln. Diese Frage nach dem Darstellbaren ist für mich eng mit dem Übermaß an Bildern in unserer Zeit verknüpft. Inmitten der digitalen Bilderflut stellt sich die Frage, was heute überhaupt noch wert ist, gesehen zu werden, bzw. was der Wert des Gesehenen ist.

 

Wenn ich einem scheinbar belanglosen Motiv konzentrierte malerische Aufmerksamkeit widme, verändert sich das Verhältnis zum Bild, und bringt uns dazu, die Art und Weise zu hinterfragen, wie wir Bilder wahrnehmen, bewerten und ihnen Bedeutung zuweisen.